Formalitäten nach der Geburt – Was ist nach der Geburt zu tun?

Mama mit Baby
Endlich ist das Baby da und man möchte am liebsten den ganzen Tag mit dem Zuwachs daheim bleiben. Doch auch kurz nach der Geburt bleiben Ihnen die Gänge zu Ämtern und Behörden nicht erspart. Einige Formalitäten müssen schnellstmöglich erledigt werden. Hier erfahren Sie was und wo Sie alles wichtige erledigen.

 

Das neue Familienmitglied muss gemeldet werden

Standesamt
Ihr erster Gang sollte, nach Ankunft des Babys, daher zum Standesamt sein. Dort erhalten Sie auch gleich beglaubigte Kopien der Geburtsurkunde.
Im Einwohnermeldeamt sollten Sie innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Ankunft des Babys das neue Kind melden. Sie benötigen dazu eine Bescheinigung über die Geburt. Diese erhalten Sie im Krankenhaus oder von ihrer Hebamme. Außerdem Ihren Personalausweis oder Reisepass, sowie die Personalien des zweiten Elternteils. Wenn sie ein Familienbuch besitzen, können sie das Baby auch darin bereits kurz nach der Geburt eintragen lassen.
 
Wenn Sie sich das Sorgerecht mit ihrem Partner teilen, jedoch nicht den selben Familiennamen tragen, muss, bis spätestens 4 Wochen nach dem das Kind geboren wurde, entschieden werden welchen Nachnamen das Kind tragen soll. Sie können den gewünschten Namen ebenfalls beim Standesamt eintragen lassen. Doppelnamen sind mit Einwilligung beider Elternteile möglich.
 
Ledige Mütter sollten außerdem die Abstammungsurkunde oder Geburtsurkunde des Vaters des Kindes mitbringen und, falls bereits vorhanden, eine Sorgeerklärung und den Nachweis über Anerkennung der Vaterschaft.
Manchmal übernimmt die Meldung beim Standesamt auch die Klinik, in der die Geburt stattfand, für Sie. Fragen Sie daher rechtzeitig nach.
 
Einwohnermeldeamt
Anschließend sollten Sie das Kind beim Einwohnermeldeamt melden.
Hier können Sie ihr Kind in ihre aktuelle Steuerkarte eintragen lassen und gleichzeitig einen Kinderpass bestellen. Auch hier benötigen sie ihren Personalausweis und für den Kinderpass ein biometrisches Foto des Babys (Passfoto in der Abmessung 45 mm x 35 mm).
 

Krankenversicherung

In der Regel wird das Kind ab dem Moment der Geburt Mitglied der gesetzlichen Familienversicherung und muss der Krankenkasse nicht gesondert gemeldet werden. Der Beitrag zur Krankenversicherung bleibt unverändert.
 
Bei der Privatversicherten gibt es jedoch einige Formalitäten zu klären. Wenn nur ein Elternteil privatversichert ist und das andere gesetzlich, kann das Neugeborene nicht automatisch mit in die gesetzliche Versicherung aufgenommen werden, wenn der Versicherte ein Mindesteinkommen von 3375 Euro übersteigt. In dem Fall müssen Sie das Baby ebenfalls privat versichern. Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung fällt hier ein gesonderter Beitrag für das Kind an.
Sind beide Eltern Mitglied einer privaten Krankenversicherung verhält es sich ebenso.
Wichtig: Sie müssen der Krankenversicherung eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde zusenden, damit ihr Kind in die Versicherung aufgenommen werden kann.
 

Kinder- und Elterngeld beantragen

Familienkasse oder Agentur für Arbeit
Den Antrag auf Kindergeld können Sie bei der Familienkasse stellen. Alternativ händigt die Arbeitsagentur auch die entsprechenden Formulare aus. Sie sollten spätestens sechs Monate nach der Geburt Kindergeld beantragen, da es nur ein halbes Jahr rückwirkend gezahlt werden kann. Die Höhe des Kindergelds beträgt 184 Euro mntl. für das erste und zweite Kind. Für das dritte erhalten Sie 190 Euro und ab dem vierten Kind sind es 215 Euro.
 
Das Elterngeld ist eine gute Unterstützung für Eltern. Alleinerziehende können insgesamt 14 Monate lang vom Elterngeld profitieren. Bei Paaren müssen die 14 Monate untereinander aufgeteilt werden. Ein Elternteil kann mindestens 2 Monate und maximal 12 Monate das Elterngeld bekommen.
Die Höhe des Elterngelds richtet sich nach dem Einkommen. In der Regel entspricht die Höhe 67 Prozent des im Vorjahr erzielten Einkommens. Für erwerbslose gibt es 100 Prozent.
Das Elterngeld beantragen Sie bei der zuständigen Elterngeldstelle.
 

Elternzeit

Das Beantragen der Elternzeit ist ebenfalls mit einigen Formalitäten verbunden. Man kann bis zur 3 Jahre Elternzeit beantragen. Diese Zeit kann auch auf beide Elternteile aufgeteilt werden.
Die Elternzeit müssen sie beim Arbeitgeber melden und zwar mindestens 7 Wochen antritt. Die Meldung muss in jedem Fall schriftlich erfolgen und folgende Punkte beinhalten:
Planung der ersten 24 Monate Elternzeit. Geben Sie unbedingt an ob es für Sie in Frage kommt weiterhin in Teilzeit zu arbeiten. Wenn ja, wie viele Wochenstunden und zu welchen Zeiten?
Legen Sie vorab auch fest wie lange sie in Elternzeit gehen wollen. Das dritte Jahr Elternzeit darf auch zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch genommen werden.
Foto: © Fotowerk_45390450_XS | iStock

Ein Kommentar zu “Formalitäten nach der Geburt – Was ist nach der Geburt zu tun?”

  1. <path_to_url> Standesamt-Beratung

    Gut zusammengestellt. Die Behördengänge sind so noch effektiver zu gestalten, man erspart sich auch so einiges Nachfragen beim Amt.

    Antworten

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