Die Fruchtwasseruntersuchung

Die Fruchtwasseruntersuchung, auch Amniozentese genannt, ist eine Untersuchung, bei welcher eine Frau, die schwanger ist, die Gesundheit des noch ungeborenen Kindes durch eine Punktion der Fruchtblase untersucht wird. Bei dieser medizinischen Untersuchung werden die Chromosomen im Fruchtwasser analysiert.

Eine Fruchtwasseruntersuchung kann frühzeitig vorgenommen werden

Bei einer Frau, die schwanger ist, kann eine Fruchtwasseruntersuchung bereits ab der 13. Woche der Schwangerschaft durchgeführt werden. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt können durch die Analyse des Alpha-Fetoproteins Fehlbildungen und Erkrankungen des Fötus festgestellt werden. In Ausnahmefällen kann diese medizinische Untersuchung bereits in der 10. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Diese frühe Fruchtwasseruntersuchung wird jedoch ausschließlich auf speziellen Wunsch der schwangeren Frau durchgeführt oder in besonders dringenden Fällen vorgenommen. Zu diesem frühen Zeitpunkt ist das Risiko, dass der Fötus verletzt wird sowie das Risiko einer Fehlgeburt besonders hoch.

Die Fruchtwasseruntersuchung wird bei Risikoschwangerschaften durchgeführt

Um es vorwegzunehmen: Die Fruchtwasseruntersuchung bietet keine 100-prozentige Garantie. Die Analyse der Chromosomen ist zu 99 Prozent sicher, Fehlbildungen des Nervensystems können durch eine Fruchtwasseruntersuchung zu 90 Prozent sicher erkannt werden. Die Fruchtwasseruntersuchung wird nicht bei jeder Frau, die schwanger geworden ist, durchgeführt. Die Amniozentese wird vorgenommen bei Frauen, die zu Beginn ihrer Schwangerschaft älter als 35 Jahre sind, da sich, je älter eine Frau ist, wenn sie schwanger wird, das Risiko für Mutationen im Erbgut der werdenden Mutter erhöht. Diese Chromosomenfehler können schwere geistige aber auch körperliche Behinderungen des Embryos zur Folge haben. Eine der berüchtigtsten Chromosomenveränderung ist das sogenannte Down-Syndrom (wissenschaftlicher Name: Trisomie 21). Weiterhin wird eine Untersuchung des Fruchtwassers durchgeführt, wenn bei einem der Elternteile oder einem Familienmitglied ein genetischer Defekt diagnostiziert wurde oder wenn die Geburt eines Kindes mit angeborenen, schweren Stoffwechselerkrankungen oder mit einer Erbkrankheit befürchtet werden muss. Besteht zwischen der Frau, die schwanger ist und dem noch ungeborenen Kind eine Blutgruppen-Unverträglichkeit oder wenn eine Fehlgeburt zu erwarten ist, dann wird die Fruchtwasseruntersuchung ab der 30. Woche der Schwangerschaft durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits die Bestimmung der Lungenreife des Embryos möglich.

Ablauf der Amniozentese

Die Fruchtwasseruntersuchung dauert üblicherweise zwischen fünf und fünfzehn Minuten. Der Eingriff ist nicht mit Schmerzen für die Frau verbunden und wird daher ohne Narkose vorgenommen. Die Schmerzen, die die Frau beim Einstich empfindet, sind mit denen einer Blutentnahme oder einer Injektion zu vergleichen, daher wird die Einstichstelle vom Arzt, der die Entnahme des Fruchtwassers vornimmt, nicht betäubt. Entnommen werden bei dem Eingriff ungefähr 10 bis 20 Milliliter Fruchtwasser, welches von einem Labor analysiert wird. Erste Ergebnisse der Untersuchung liegen nach 24 bis 48 Stunden vor.

Die Risiken einer Amniozentese

Eine Fruchtwasseruntersuchung ist immer mit einem Risiko verbunden. Eine Frau, die schwanger geworden ist, sollte daher genau abwägen, ob sie eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen lässt. Eine Amniozentese kann beispielsweise Blutungen und Verletzungen der Gebärmutter, Fruchtwasserverlust, Infektionen, Verletzungen des Mutterkuchens sowie eine Verletzung des Embryos, wenn sich der Fötus während der Entnahme des Fruchtwassers unerwartet bewegt, zur Folge haben. Darüber hinaus können Kontraktionen der Gebärmutter, die von der Schwangeren als Ziehen im Bauch wahrgenommen werden, die aber nach einiger Zeit wieder nachlassen die Folge einer Amniozentese sein. Werdende Eltern sollten sich darüber bewusst sein, dass durch eine Amniozentese das Risiko einer Fehlgeburt zunimmt. Aus den angeführten Gründen sollten eine werdende Mutter sowie deren Partner nur dann einer Amniozentese zustimmen, wenn triftige Gründe vorliegen. Und auch durch die Untersuchung des Fruchtwassers können nicht alle möglichen angeborenen Erkrankungen oder Behinderungen eines Embryos festgestellt werden, da zur Diagnose jeweils ein dreifacher Satz Chromosomen benötigt wird. Nicht jeder Chromosomensatz eines Embryos ist aber in dieser dreifachen Ausführung im Fruchtwasser vorhanden, sodass es durchaus sein kann, dass angeborene Fehlbildungen oder Erkrankungen trotz durchgeführter Amniozentese bis zur Geburt des Babys unerkannt bleiben.

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