Die Geburt – Der Ablauf

Steht die lang ersehnte Geburt bevor, mischt sich unter die Freude die Angst vor Schmerzen und Komplikationen. Besonders Erstgebärende sind oft unsicher, wenn es um die Entbindung geht.

Klinikgeburt oder die Geburt zu Hause

Da die Geburt neben dem besonderen auch ein intimer Moment ist, machen Sie sich sicherlich Gedanken, wo Ihr Baby auf die Welt kommen soll. Das kann die Klinik, das Geburtshaus oder eine Hausgeburt sein. Es sei erwähnt, dass bei einer Risikoschwangerschaft ausschließlich eine Klinik infrage kommt. Ansonsten steht es Ihnen frei, an welchen Ort Sie ihr Baby bekommen. Wählen Sie einen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen können, der zu Ihrer Geburt passt und wo Sie optimal versorgt werden.

Die Phasen der Geburt

Die normale Entbindung ist ein Prozess, der bei Erstgebärenden etwa 13 Stunden und bei Mehrfachmüttern durchschnittlich acht Stunden dauern kann. Der Geburtsprozess teilt in drei Phasen auf: Eröffnungsphase, Austreibungsphase und Nachgeburtsphase.

Eröffnungsphase

Die erste Phase eröffnet die Geburt und macht sich durch unregelmäßige Wehen bemerkbar. Durch die Wehen verkürzt sich der Gebärmutterhals und der Muttermund öffnet sich. Im Laufe der Eröffnungsphase werden die Wehen immer stärker, treten immer häufiger auf und kommen zum Ende dieser Phase alle zwei bis drei Minuten. Mit jeder Wehe rückt das Baby ein Stück näher Richtung Beckenausgang.
Während der Eröffnungsphase springt meist die Fruchtblase und das Fruchtwasser tritt aus. Das Köpfchen drückt jetzt vollständig auf den Muttermund, was zu kräftigeren Wehen führt. Die Hebamme kontrolliert in regelmäßigen Abständen den Muttermund und die Herztöne des Babys.

Austreibungsphase

Die Austreibungsphase ist die zweite Phase der Geburt. Sie beginnt, wenn sich der Muttermund komplett geöffnet hat. Das erste Anzeichen für den vollständig geöffneten Muttermund ist das unwiderstehliche Bedürfnis zu pressen. Bei der ersten Geburt dauert die Phase etwa eine Stunde und wird von starken Presswehen begleitet. Nun können Sie während der Wehe aktiv mit Ihrer Kraft, das Baby weiter nach unten schieben. Es kann vorkommen, dass es während der Wehenpause wieder etwas zurückrutscht. Da auf den Darm ein Druck ausgeübt wird, ist es normal, dass sich dieser entleert. Dies sollte Sie nicht beunruhigen. Der Schmerz ist in der Austreibungsphase am stärksten, wird jedoch durch die Ausschüttung von Botenstoffen gedämpft.
Nach einigen Presswehen erscheint das Köpfchen in der Scheidenöffnung und gleitet in den Wehenpausen nicht mehr zurück. Während der nächsten Presswehen wird der Kopf geboren, der von der Hebamme sofort nach links oder rechts gedreht wird, damit nacheinander die Schultern folgen können, bevor der restliche Körper hinausgleitet. Geschafft! Die Hebamme befreit das Gesicht des Babys vom Schleim, legt Ihnen das Baby auf die Brust und nabelt es ab.

Nachgeburtsphase

Damit sich der Mutterkuchen (Plazenta) von der Gebärmutterwand löst, zieht sich die Gebärmutter nach der Geburt stark zusammen. Durch einige schmerzfreie Nachwehen wird die Plazenta zusammen mit den Eihäuten ausgestoßen. Die Nachgeburt wird von der Hebamme untersucht, ob sie vollständig ist. Bleiben Teile in der Gebärmutter kann es zu Komplikationen und Infektionen kommen.

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