Rauchen in der Schwangerschaft

No to Pregnant Women smoking sign (glassy)

Wer jung anfängt zu rauchen, den lässt der Suchtteufel so leicht nicht wieder los. Was also tun, wenn man als Raucherin schwanger wird? Es ist erschreckend, nur rund ein Drittel der werdenden Rauchermütter besiegen ihr Laster. Der Rest hofft auf ein gnädiges Schicksal. Doch das meint es nicht immer gut!

Rauchen in der Schwangerschaft – eine giftige Angelegenheit

Hin und wieder können Sie von Müttern hören: „Ich habe in der Schwangerschaft geraucht, mein Kind ist gesund zur Welt gekommen und es geht ihm immer noch gut.“ Das mag in vielen Fällen zutreffen. Was aber ist mit ungezählten anderen Babys? Wie viele sterben im Leib der Mutter, kurz nach der Geburt oder tragen lebenslange Schäden mit sich herum? Neueste Forschungen belegen, eine nicht geringe Anzahl Kinder leiden bis ins Erwachsenenalter. Ursache ist das Rauchen in der Schwangerschaft.
Das ist nicht verwunderlich, wenn Sie bedenken, dass Ihr Neugeborenes über 9 Monate schutzlos den Schadstoffen der Zigarette ausgeliefert war. Rauchen Sie während der Schwangerschaft 10 bis 12 Zigaretten am Tag, so „raucht“ Ihr Kind bereits vor seiner Geburt rund 3000 Mal ungewollt mit. Das heißt, es bekommt das krebserregende Nikotin, das Kohlenmonoxid, die Blausäure, Teer Benzol, Blei und vieles mehr von der Mutter auf seinen Weg ins Leben mitgeliefert. Insgesamt sind es rund 4800 giftige Chemikalien, die mit dem Zigarettenqualm inhaliert werden.
Manchmal fragen werdende Mütter, wie viel sie rauchen dürfen, um ihr Kind nicht zu gefährden. Darauf gibt es keine zufriedenstellende Antwort. Manche Kinder tragen vom Rauchen in der Schwangerschaft keine Schäden davon, andere wiederum zieht es nach täglich 1 bis 2 Zigaretten in Mitleidenschaft.
Allgemein gilt: Je höher die Dosis, desto schlimmer die Erkrankungen und Missbildungen.

Unabsehbare Folgen für das Ungeborene

Wer ständig raucht, spielt von vornherein mit dem Feuer, und bekommt eventuell keine Kinder. Rauchen hat Auswirkungen auf den weiblichen Zyklus und selbst der Erfolg einer künstlichen Befruchtung wird umso geringer, je mehr eine Frau in die Zigarettenschachtel greift. Ebenso bei Männern! Bei ihnen sind es Anzahl und Qualität der Samenzellen, die ein Paar lange oder vergeblich auf eine Schwangerschaft warten lässt.
Sind Sie dennoch in guter Hoffnung und rauchen in der Schwangerschaft weiter, drohen unabsehbare Folgen für das Ungeborene. Das aufgenommene Kohlenmonoxid zum Beispiel verdrängt den Sauerstoff im Blut, die Gefäße verengen sich und weniger davon kommt beim Ungeborenen an. Im Ergebnis entwickelt sich der Embryo (bis zur 9. Schwangerschaftswoche) bzw. der Fötus (nach der 9. Schwangerschaftswoche) langsamer. Das ist bereits bei der Ultraschalluntersuchung erkennbar. Die Folge ist ein geringeres Geburtsgewicht, das bis zu 200 g unter dem normaler Babys liegen kann.
Die zahlreichen Schadstoffe des Tabaks ziehen ebenfalls Eierstöcke, Gebärmutter und Plazenta (auch Mutter- oder Fruchtkuchen) in Mitleidenschaft. Diese Organe erhalten durch das Rauchen in der Schwangerschaft weniger Blut zugeführt und es kann zu Früh- oder sogar Fehlgeburten kommen. Das Risiko liegt bei Rauchern um 30 % höher, zumal Nikotin zusätzlich die Wehentätigkeit anregt. Außerdem droht dauernde Unfruchtbarkeit!
Viele werdende Eltern fragen sich angesichts solcher Tatsachen erschrocken, was passieren kann, wenn man unwissend die ersten Monate in einer Schwangerschaft weiter raucht? Diese Frage kann mit Sicherheit nicht beantwortet werden. Jeder Körper reagiert anders. Wichtig ist auf jeden Fall, sofort mit dem Rauchen aufzuhören. Die Meinung mancher Ärzte, das Kind könnte darauf an Entzugserscheinungen leiden, ist inzwischen hinreichend widerlegt.

Fehlbildungen, Krankheiten, Verhaltensstörungen

Laut einer Studie des University College London erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, ein behindertes Kind zu bekommen, nach dem Rauchen in der Schwangerschaft dramatisch. Fetales Tabaksyndorm wird es genannt und erhöht das Risiko:
– zu Hand- und Fußfehlbildungen um 26 %,
– zu einer Fehlbildung des Schädels um 33 %,
– zu Fehlbildung der Augen um 25 % und
– zur Ausbildung einer Lippenspalte um 28 %.
Darüber hinaus wird bei Raucherkindern oft eine geringere Hirnsubstanz festgestellt, was zu einer verzögerten geistigen Entwicklung, bis hin zu dauerhaft psychischen Störungen führen kann. Auch Neigungen zu Verhaltensauffälligkeiten und zum ADHS-Syndrom sind keine Seltenheit.
Diese Krankheiten begleiten Betroffene nicht selten bis ins hohe Alter. Das Risiko, an einem Herzleiden zu erkranken liegt nach dem Rauchen in der Schwangerschaft beispielsweise um 10 – 15 % höher. Sogar Lungenentzündungen, Bronchitis, Übergewicht, Diabetes mellitus Typ II usw. kommen statistisch bei Kindern von Rauchern wesentlich häufiger vor.

Passivrauchen ist für Kinder besonders gefährlich

Sollten Sie gerade Eltern geworden sein und es geschafft haben, während der Schwangerschaft nicht zu rauchen, verbannen Sie die Zigaretten am Besten ganz aus Ihrem Leben. Nicht allein wegen der eigenen Person, sondern vor allem wegen der Kinder. Diese rauchen passiv mit und nehmen die Giftstoffe in ihren empfindlichen Körpern auf. Es spielt auch keine Rolle, ob Sie zum Rauchen nach draußen gehen. Hauptsächlich Nikotin bleibt in der Kleidung und an Ihrer Haut haften. Nehmen Sie Ihre Tochter oder den Sohn in den Arm, passiert genau das, was Sie durch nicht Rauchen in der Schwangerschaft vermeiden wollten – Sie vergiften Ihr Kind.
Bedenken Sie: Das mittels Dampf freigesetzte Nikotin geht mit der Luft Verbindungen ein und es entstehen neue krebserregende Stoffe, die in der ursprünglichen Zigarette noch nicht einmal vorhanden waren.

Wie Sie das Rauchen aufgeben

Wie können Sie es schaffen mit dem Rauchen in der Schwangerschaft aufzuhören? Strategien gibt es jede Menge. Die Beste: Fangen Sie nicht erst mit dem Rauchen an!
Leicht gesagt, wenn eine leichtfertige Jugendsünde zur Sucht geworden ist.
Den Weg, vom Glimmstengel loszukommen, sollten Sie deshalb mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann Ihnen sicher unterstützende Präparate oder bestimmte Entwöhnungsprogramme bzw. -gruppen empfehlen. Fragen Sie auch andere Menschen, die es geschafft haben, dem blauen Dunst zu entsagen und denken Sie in jeder Sekunde daran, warum Sie das Rauchen aufgeben wollen. Das gibt Ihnen Kraft durchzuhalten!
Suchen Sie sich Ersatz für die Zigarette! Idealerweise essen Sie stattdessen lieber ein Stück Obst oder – in diesem Fall sei es keine Sünde – ein paar Süßigkeiten mehr. Alles ist besser als Rauchen in der Schwangerschaft!

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