Risikoschwangerschaft – was ist das?

Nach einer Untersuchung steht fest, Sie sind schwanger. Doch ein Zusatz Ihres Frauenarztes macht Ihnen Sorgen: Es handelt sich bei Ihnen um eine Risikoschwangerschaft. Doch auch, wenn diese Aussage kritisch klingt, besteht noch kein Grund, sich tiefgreifende Sorgen zu machen. Spezifische und regelmäßige Untersuchungen sorgen dafür, dass fast alle Risikoschwangerschaften völlig normal verlaufen.

Schwangerschaft mit Risiko

Von einer Schwangerschaft mit Risiko wird in erster Linie dann gesprochen, wenn entweder die Untersuchung des Körpers (Anamnese) oder aber auch die Labor – Ergebnisse pathologische Auffälligkeiten zeigen, welche bei dem zu erwartenden Kind oder bei der werdenden Mutter zu Komplikationen führen könnten. Doch dies sind nicht die einzigen Gründe, sollte Ihre Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft werden. In der heutigen Zeit gelten schon immerhin rund 50 Prozent aller Schwangerschaften als risikobehaftet und dies oft aus ganz anderen Gründen.

Eine Schwangerschaft ab 35

Sollten Sie schwanger sein und das Alter von 35 Jahren bereits überschritten haben, wird dies automatisch als Risikofaktor betrachtet. Es wird davon ausgegangen, dass das Kind einer werdenden Mutter über 36 Jahren eher an einer Chromosomstörung leiden kann, als das Kind einer jüngeren Mutter. Dem liegt allerdings lediglich die Wahrscheinlichkeit zu Grunde und keine grundsätzlichen Auffälligkeiten.

Komplikationen in anderen Schwangerschaften

Sofern Sie schon einmal schwanger waren und in dieser Phase Komplikationen oder eine Fehlgeburt auftraten, ist eine erneute Schwangerschaft ebenfalls eine Risikoschwangerschaft. Bei ungefähr neunzig Prozent aller Fehlgeburten liegt die Ursache in einer Chromosomstörung. Einer erneute Schwangerschaft verläuft allerdings in der Regel dann ganz normal.

Chronisch krank und schwanger

Zu den häufigen chronischen Krankheiten zählen beispielsweise Diabetes oder auch Erkrankungen des Herz – Kreislauf Systems. Ist dies der Fall, sollten Sie möglichst ein Gespräch mit Ihrem Internisten, Haus – oder Frauenarzt über eventuelle Risiken führen, bevor Sie schwanger werden. Denn auch diese Ursachen führen zu der Einstufung als Risikoschwangerschaft.

Schwanger mit mehreren Kindern

Wenn Sie Zwillinge oder mehr Kinder erwarten, gilt dies ebenfalls als Risikoschwangerschaft. Zudem ist erwiesen, dass besonders bei Frauen über 35 Jahren häufiger mit Mehrlingsschwangerschaften zu rechnen ist, weil in diesem Fall die Eierstöcke weniger selektiv ihre Arbeit verrichten, als es bei jüngeren Frauen üblich ist.

Kaiserschnitt als Ursache

Hat eine werdende Mutter schon einmal durch einen Kaiserschnitt entbunden, gilt eine folgende Schwangerschaft ebenfalls automatisch als Risikoschwangerschaft. Dies begründet sich in der Wahrscheinlichkeit, dass bei einer spontanen Geburt eher mit Komplikationen zu rechnen ist, als üblicher Weise. Ein Kaiserschnitt ist somit auch bei allen folgenden Entbindungen sehr wahrscheinlich.

Weitere Gründe für Risikoschwangerschaften

Sollten Sie eine Rhesus – Unverträglichkeit aufweisen, liegt eine Risikoschwangerschaft ebenso vor, wie bei diagnostizierten Stoffwechselkrankheiten. Haben Sie bereits mehr, als 4 Kinder zur Welt gebracht, gilt eine erneute Schwangerschaft ebenfalls als Risikoschwangerschaft, selbst – wenn keinerlei Auffälligkeiten zu beobachten sind. Sofern schon einmal ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde, ist auch dies ein Grund, eine folgende Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft einzuordnen.

Welche Untersuchungen werden vorgenommen

Unabhängig davon, aus welchen Gründen eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft gilt, in jedem Fall können alle Faktoren durch entsprechende Untersuchungen vorsorglich begleitet werden. Dabei wird beispielsweise festgestellt, ob Fehlbildungen vorliegen, Versorgungsstörungen existieren oder andere Erkrankungen vorliegen. Zu den üblichen Untersuchungen gibt es zudem die Möglichkeit, weitere Untersuchungen vornehmen zu lassen. Dazu zählen unter anderem 3D oder 4D Ultraschall, eine Dopplersonografie, der Triple – Test, eine Nackentransparenzmessung oder eine fetale Echokardiografie. Ihr Frauenarzt wird Sie in Ruhe beraten, welche der Untersuchungen in Ihrem speziellen Fall sinnvoll wäre. Liegt in irgendeiner Form ein medizinischer Verdacht bei Ihnen vor, dann übernimmt Ihre gesetzliche Krankenversicherung meistens auch die Kosten für anstehende Untersuchungen. Ob letztendlich eine dieser Untersuchungen auch tatsächlich vorgenommen wird, können Sie jedoch immer selbst entscheiden. Informieren Sie sich ausführlich über alle Fakten, die Sie für Ihre Entscheidungen benötigen.

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