Schwanger im Job – das müssen Sie beachten

Über eine Schwangerschaft freuen sich die meisten Menschen. Was ändert sich für Sie, wenn Sie schwanger im Job werden? Sie haben nun mehr Rechte, aber auch Pflichten. Daher ist es wichtig, wenn Sie schwanger im Job sind, sich darüber richtig zu informieren.

Schwanger im Job – sagen Sie es dem Chef frühzeitig

Wenn Sie im Job schwanger werden, ist es wichtig, dass Sie sobald Sie darüber Sicherheit haben, Ihren Chef informieren. Am besten Sie sagen ihm auch gleich, wann mit der Geburt zu rechnen ist. Nur wenn Ihr Arbeitgeber Bescheid weiß, dass Sie schwanger im Job sind, muss er sich an die Regeln des Mutterschutzgesetzes halten. Er informiert das Gewerbeaufsichtsamt über Ihren Zustand, darf aber gegenüber weiteren Personen keine Auskunft erteilen. Wenn er ein Attest möchte, muss er die Kosten dafür übernehmen.

Gesundheit des Kindes hat Vorrang

In der Zeit der Schwangerschaft geht die Gesundheit des Kindes vor und darf nicht durch irgendwelche Arbeiten gefährdet werden. Dazu zählen etwa Nachtarbeit oder Umgang mit gefährlichen Stoffen und Fließbandarbeit. Sie dürfen bei der Ausübung Ihrer Tätigkeit weder Dämpfen noch Kälte oder Hitze ausgesetzt sein. Nässe Lärm oder Erschütterungen kommen auch nicht in Frage oder mehr als fünf Kilogramm tragen. In dieser Zeit kann der Chef nicht von Ihnen verlangen, dass Sie mehr als vier Stunden am Tag stehen. Sie können regelmäßig Erholungspausen bei der Arbeit einlegen und sind für Arztbesuche freigestellt. Ein Nacharbeiten kennt der Gesetzgeber nicht.

Schwanger – Der Arbeitgeber darf Ihnen nicht kündigen

In der Zeit der Schwangerschaft und bis zu vier Monaten über die Geburt hinaus, darf der Chef Ihnen nicht kündigen, wenn er weiß, dass Sie schwanger im Job sind. Hat er keine Kenntnis davon, müssen Sie es ihm binnen von zwei Wochen mitteilen, ab dem Zeitpunkt der Kündigung. Sollte Ihnen der Chef trotz dem Wissen um die Schwangerschaft kündigen, legen Sie binnen drei Wochen beim Arbeitsgericht eine Klage ein. Sie können dies mündlich tun, wenn Sie selber zum Gericht gehen oder einen Rechtsanwalt beauftragen. Die Kosten für den Anwalt tragen Sie selber, sogar wenn Sie den Prozess gewinnen. Also lieber selber auf den Weg machen, das ist für Sie billiger und kein großer Aufwand, wenn Sie schwanger im Job sind.

Der Mutterschutz dauert normalerweise 14 Wochen

Sie können sechs Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin in Mutterschutz gehen. Er dauert bis zu acht Wochen nach der Geburt des Kindes. Im Falle einer Frühgeburt oder bei Mehrlingsgeburten haben Sie zwölf Wochen Zeit zur Erholung. Während dieser Zeit dürfen Sie nicht arbeiten. Sie können bei der Krankenkassen Mutterschaftsgeld beantragen und erhalten noch einen Zuschuss vom Ihrem Arbeitgeber. Beides zusammen entspricht so ungefähr dem letzten Nettogehalt, das Sie bezogen haben, als Sie schwanger im Job waren.

Elternzeit nach Mutterschutz – bis zu drei Jahre

Ist die Schutzfrist vorbei, können Sie in Elternzeit gehen. Sie und dem Partner stehen jeweils bis zu drei Jahre zu. Die Elternzeit hört mit der Vollendung des dritten Lebensjahres Ihres Nachkommens auf. Sie können nach bis zur Vollendung des achten Lebensjahres Ihres Kindes bis zu einem Jahr eine Pause machen, vorausgesetzt, Ihre Chef ist einverstanden. Sie haben in diesem Zeitraum Anspruch auf Elterngeld.

Schwanger im Job: Ausbildung oder selbständig

Wenn sie schwanger während der Ausbildung werden, gelten für Sie im Job die gleichen Rechte wie für Angestellte. Falls Sie bei der Ausbildung zu lange fehlen, stellen Sie bei der Aufsichtsstelle einen Antrag, um die Ausbildungszeit zu verlängern. Der Mutterschutz gilt nur für Arbeitnehmerinnen. Wer selbständig arbeitet, muss genügend Rücklagen besitzen oder bei einer gesetzlichen Versicherung freiwillig eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen haben. In diesem Fall erhalten Sie während der 14 Wochen Mutterschutz ein Mutterschaftsgeld, das dem Krankengeld entspricht.

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