Schwanger – Wie sag ich's meinem Chef?

Schwanger am Arbeitsplatz – Aufgaben und Rechte von schwangeren Arbeitnehmerinnen

Dem Chef von der Schwangerschaft zu erzählen ist keine leichte Aufgabe und viele Frauen fürchten sich vor einer negativen Reaktion. Arbeitnehmerinnen, die schwanger sind, haben Angst vor Folgen, da vieles geklärt werden muss. Wenn Sie über ein Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre Schwangerschaft nachdenken, dann raten wir Ihnen, das Gespräch gut vorzubereiten, sodass Sie sich nicht unsicher fühlen. Auf jeden Fall sollte der Chef der Erste im Betrieb sein, dem Sie von der Schwangerschaft erzählen. Machen Sie es deutlich, dass Sie Ihren Job nicht verlassen oder wechseln möchten. Grundsätzlich ist eine Kündigung während der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Geburt nicht erlaubt. Der Arbeitgeber ist auch gesetzlich verpflichtet, Ihre Gesundheit als Schwangere zu schützen. Trotzdem hängt das Endergebnis oft davon ab, was für ein persönliches Verhältnis Sie zu Ihrem Arbeitgeber haben.

 

Wie sag ich’s dem Chef?

Wie sollte man den Job behalten und dem Chef über die Schwangerschaft bescheid sagen, ohne dem Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber zu schaden? Es ist sehr wichtig, sich auf das Gespräch mit dem Arbeitgeber gut vorzubereiten. Man sollte sich am besten daheim überlegen, was man dem Chef sagen möchte und einen groben Plan präsentieren. Mit dem Arbeitgeber besprechen Sie bestimmte Dinge wie Reisen, Projekte oder Arbeitsaufgaben, die Sie nicht realisieren können. Sie können auch Hilfe und Unterstützung bei bestimmten Aufgaben im Job benötigen. Das Gespräch soll persönlich und direkt ausgeführt werden. Sie sollen zeigen, dass Sie sich Gedanken machen, wie Ihre Arbeit getan werden kann und dass Ihnen der Job und die Belange der Firma wichtig sind. Es empfiehlt sich auch, die Personalabteilung und Ihre Kollegen von Ihrer Schwangerschaft zu unterrichten, vor allem wenn Sie in einem Team arbeiten.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Es gibt keine gesetzliche Frist und die Frau, die schwanger ist, hat das Recht selbst zu entscheiden, wann Sie ihren Chef darüber informiert, dass Sie schwanger ist. Sie sollten sich einen Termin geben lassen, am besten im vierten Monat Ihrer Schwangerschaft. Bis dritten Schwangerschaftsmonat gibt es für die Frau ein erhöhtes Risiko, das Kind zu verlieren. Deshalb warten viele Arbeitnehmerinnen, die schwanger sind mit der Mitteilung bis zum vierten Monat der Schwangerschaft, wenn das Fehlgeburtsrisiko sinkt. Sie sollten auch nicht zu spät Ihren Arbeitgeber über Ihre Schwangerschaft informieren, denn auf diese Weise zeigen Sie, dass Sie Ihrem Chef nicht vertrauen und dass Sie sich vor dem Verlust des Jobs fürchten. Außerdem braucht Ihr Chef genug Zeit, um sich Gedanken zu machen, wer Ihren Job während des Mutterschutzes übernimmt. Wenn Sie den Arbeitgeber spät informieren, kann sich Ihre Firma schwer auf die Ausfallzeit einstellen.

 

Mutterschutzgesetz

Frauen, die schwanger sind, dürfen während ihrer Schwangerschaft nicht diskriminiert werden. Sie haben vom Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung besondere Rechte. Schwangere Frauen dürfen nicht mehr als 8,5 Stunden pro Tag im Job verbringen. Sie dürfen keine Nacht- oder Sonntagsarbeit machen oder mit giftigen oder radioaktiven Stoffen arbeiten. Überstunden kommen auch nicht in die Frage. Arbeitnehmerinnen, die schwanger sind, dürfen ab dem fünften Monat auch nicht länger als vier Stunden stehen oder Lasten, die schwerer als fünf Kilogramm sind, tragen. Der mutterschutzbedingte Kündigungsschutz bewahrt Sie während der Schwangerschaft und 16 Wochen nach der Geburt vor einer Kündigung durch Ihren Vorgesetzten. Der Kündigungsschutz gilt erst, wenn Sie dem Arbeitgeber von der Schwangerschaft erzählt haben. Besondere Schutzbestimmungen gelten, wenn sich die körperlich sehr harte Arbeit schädlich auf das ungeborene Kind auswirkt. In der Probezeit haben Frauen kein Kündigungsschutz und es ist erlaubt, eine schwangere Mitarbeiterin zu entlassen.

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