Schwangerschaftsdiabetes

Eine Schwangerschaftsdiabetes (wissenschaftlicher Name Gestationsdiabetes) ist eine Diabetis, die zum ersten Mal im Verlauf einer Schwangerschaft diagnostiziert wird. Diese Diabetis wird auch Typ-4-Diabetes sowie GDM oder genannt. Bei dieser besonderen Form der Diabetes handelt es sich um eine Glucose-Toleranzstörung. Deutlich seltener kommt es vor, dass während dieser besonderen Lebenssituation einer Frau eine Diabetes-Erkrankung von Typ 1 oder von Typ 2 auftritt. Bei den meisten betroffenen schwangeren Frauen normalisiert sich der Zuckerstoffwechsel nach der Geburt des Babys wieder. Die Schwangerschaftsdiabetes ist eine häufig auftretende Begleiterkrankung während der Schwangerschaft. Begünstigt wird das Entstehen dieser Erkrankung durch Übergewicht sowie durch eine erbliche Vorbelastung mit Diabetes mellitus. Auch bei Frauen, die älter als 30 Jahre sind, wird häufig Gestationsdiabetes diagnostiziert. Schwangerschaftsdiabetes kann jedoch zu jedem Zeitpunkt einer Schwangerschaft auch ohne bekannte Risikofaktoren auftreten.

Die Ursachen einer Diabetis waehrend der Schwangerschaft

Für die Entstehung einer Schwangerschaftsdiabetes ist die vermehrte Bildung verschiedener Schwangerschaftshormone verantwortlich. Bei diesen Hormonen handelt es sich unter anderem um die Sekrete Östrogen, Prolactin, Progesteron, Cortisol sowie um humanes Plazentalaktogen. Diese sind quasi Gegenspieler des Insulins und führen zu einer zunehmenden Resistenz gegen Insulin während der Schwangerschaft. Ab dem Zeitpunkt, ab dem die Bauchspeicheldrüse der Schwangeren durch vermehrte Insulinbildung nicht mehr in der Lage ist, das Gleichgewicht wieder herzustellen, ist in der Schwangerschaft eine Diabetes mit deutlich erhöhten Blutzuckerwerten diagnostizierbar. Jeder Frau wird heute empfohlen, zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche einen Blutzuckertest durchführen zu lassen.

Behandlung der Gestationsdiabetes

In über 90 Prozent der Fälle reicht eine minimale Umstellung der Ernährung, kombiniert mit regelmäßiger Ernährung aus, dass sich die Blutzuckerwerte wieder normalisieren. Empfohlen werden mehrere kleinere Mahlzeiten täglich, der Verzicht auf Nahrungsmittel, die aus weißem Mehl bestehen sowie der Verzicht auf zuckerhaltige Getränke. Sollten sich nach einer Anpassung der Ernährung die Blutzuckerwerte wider Erwarten nicht normalisieren, wird der behandelnde Arzt der Schwangeren die Einleitung einer Therapie mit Insulin empfehlen.

Die Risiken einer Gestationsdiabetes für die Mutter und das Embryo

Für das Embryo bringt eine Diabetes während der Schwangerschaft einige Risiken mit sich. Für diese Risiken ist unter anderem die durch die Diabetes gestörte Entwicklung der Plazenta verantwortlich, die eine Unterernährung des Embryos zur Folge haben kann und sogar zum Tod des ungeborenen Kindes führen kann. Doch auch der erhöhte Blutzucker der werdenden Mutter, welche den Embryo über die Nabelschnur ernährt, bedeutet ein Risiko für das sich im Mutterleib entwickelnde Kind.

Durch die anhaltende Überzuckerung der werdenden Mutter muss der Embryo zu viele Kohlenhydrate aufnehmen, welche ein zu schnelles Wachstum begünstigen. Dieses schnelle Wachstum kann zu einer Reifungsstörung der Lunge führen, welches ein Atemnotsyndrom nach der Geburt auslöst. Der Organismus des Kindes ist bemüht, den erhöhten Blutzuckergehalt auszugleichen. Da jedoch nach der Geburt die Zuckerversorgung durch die Mutter abrupt beendet wird, tritt bei dem Neugeborenen eine Unterzuckerung auf. Für die schwangere Frau erhöht eine Diabetes während der Schwangerschaft das Risiko, an Präeklampsie sowie Bluthochdruck zu erkranken. Darüber hinaus kann durch die Größe des Kindes ein Kaiserschnitt erforderlich werden oder es treten zum Ende der Schwangerschaft zusätzliche Komplikationen auf. Darüber hinaus ist es sehr wahrscheinlich, dass auch bei einer weiteren Schwangerschaft erneut eine Diabetes diagnostiziert wird. Das Risiko für die betroffene Frau, im Verlauf der nächsten zehn Jahre an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, erhöht sich erheblich. Die Mutter kann dieses Risiko jedoch wieder minimieren, indem sie ihr Baby mindestens drei Monate lang stillt. Doch auch für das Neugeborene besteht für dessen gesamtes Leben ein erhöhtes Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken, falls die während Schwangerschaftsdiabetes nicht richtig und rechtzeitig eingestellt wurde. Parallel zur Zunahme der Zivilisationskrankheiten, die durch Übergewicht ausgelöst oder zumindest begünstigt werden, nimmt seit dem Jahr 2002 auch Schwangerschaftsdiabetes kontinuierlich zu.

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