Die Windelentwöhnung

Foto Baby auf Töpfchen

Die Windelentwöhnung ist ein langer Prozess

Besonders in den ersten drei Lebensjahren stellen Eltern fast jeden Tag aufs Neue fest, was die Kleinen Tag für Tag Neues lernen. Die Reize sind groß und die Welt erst recht und will jeden Tag aufs Neue von den kleinen Abenteurern entdeckt werden. Hierzu gehören jedoch auch wichtige Lernprozesse, die sich Kinder mühevoll aneignen müssen. Auch die Windelentwöhnung gehört zu einem der wichtigsten Schritte, die Kinder meist in den ersten drei Jahren ihres Lebens lernen müssen. Nur in seltenen Fällen geschieht das von einen auf den anderen Tag, sodass hier meist viel Mühe, Übung und Geduld gefragt ist.

Die ersten Schritte zur Windelentwöhnung

Wann der richtige Zeitpunkt für die Windelentwöhnung ist, hängt immer vom Kind selbst ab. Natürlich kann man schon frühzeitig versuchen, die Kinder an das Töpfchen zu gewöhnen, die Meinungen gehen hier jedoch weit auseinander. Dieses Denken stammt noch aus früheren Zeiten, als das Waschen und Kochen von Stoffwindeln noch den Alltag der Mütter beherrschte und mit viel Zeit und Mühe verbunden war. Natürlich legte sich dadurch alles darauf aus, die Kinder so schnell wie möglich von der Windel zu entwöhnen, ob dieses Vorgehen wirklich Sinn hatte, weis man bis heute nicht. Mit der Markteinführung der Einwegwindel hat sich dieses Bewusstsein jedoch grundlegend verändert. Mittlerweile geht man vor allem nach den ersten Anzeichen, die Kinder geben, wenn sie zur Windelentwöhnung bereit sind.

 

Das Verständnis von Kleinkindern

Für Kleinkinder ist der erste Schritt der Windelentwöhnung meist der schwerste. Sie sind es einfach gewohnt in ihre Windel zu machen und haben auch noch nicht das Gefühl dann aufs Töpfchen zu gehen, wenn sie es müssen. Irgendwann kommt jedoch der Zeitpunkt, an dem sie die volle Windel als unangenehm empfinden und zeigen dies durch Quengeln oder Sagen es. Ab diesem Moment ist der erste Grundstein für die Windelentwöhnung gelegt. Anfangs reicht es bereits, die Kleinen in regelmäßigen Abständen auf den Topf zu setzen, um sie an das Gefühl zu gewöhnen. Manchen Kindern hilft es auch, wenn sie gemeinsam mit den Eltern auf Toilette gehen können und lernen quasi durch den Vorführeffekt.

 

Einen Rhythmus entwickeln

Bild Baby mit Windel

Feste „Pipizeiten“ helfen dem Kind bei der Entwöhnung.

Im Alltag entwickeln Kleinkinder ganz natürliche Abläufe und Rhythmen bestehend aus Essen, Schlafen und Spielen. Auch bei der Windelentwöhnung kann es helfen, einen gewissen Rhythmus zu entwickeln und feste Zeiten einrichten, an denen Sie ihr Kind auf den Topf setzen. Vielen Kindern hilft diese Regelmäßigkeit, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was gerade von ihnen verlangt wird. Kommt ein Kind mit dem Topf nicht klar, kann es eventuell auch helfen, sie direkt an die Toilette zu gewöhnen. Hierfür gibt es im Handel spezielle Toilettenaufsätze, um den Kleinen einen sicheren Halt auf der Toilette bieten zu können.

 

Wenn doch mal etwas daneben geht

Haben Kinder erst einmal die Erfahrung gemacht, ihr Geschäft auf dem Topf zu verrichten, kommt der Antrieb zum Dranbleiben meist ganz automatisch. Um die Verwirrung zwischen Topf und Windel möglichst gering zu halten, kann es helfen, wenn vorerst nur zu festgelegten Tageszeiten jeweils einige Stunden die Windel weggelassen wird. Im Alltag kan das jedoch zu unangenehmen Situationen kommen, denn oft sagen Kinder erst im letzten Moment, das sie müssen. Natürlich geht hier ab und an auch einmal etwas in die Hose, schimpfen ist dann jedoch nicht angebracht. Besonders Kleinkinder haben eine rege Gefühlswelt und reagieren schnell impulsiv, wenn sie Lob oder Ärger bekommen. Anstatt Ihr Kind durch Schimpfen zu verunsichern, sollte man lieber aktiv zeigen, was da gerade passiert ist und es nochmals daran erinnern, dass es möglichst rechtzeitig Bescheid sagt. Für einen solchen Fall sollten Sie deshalb immer frische Wechselbekleidung während der Entwöhnungsphase mitnehmen, wenn sie einmal unterwegs sind. Auch mit der Kita sollten sie regelmäßig absprechen, wie weit sie mit der Windelentwöhnung sind, damit die von Ihnen eingeführte Regelmäßigkeit im Bezug auf das Windel weglassen eingehalten wird.

 

Wenn nichts mehr hilft – die Windelentwöhnung nach dem Belohnungsprinzip

Bild Gummibärchen als Belohnung

Eine kleine Belohnung für den erfolgreichen Gang aufs Töpfchen spornt die Kleinen an.

Manche Kinder sind echte Härtefälle, wenn es um die Windelentwöhnung geht. Mit Trotz und Sturheit wehren sie sich gegen den Gang auf die Toilette und beharren regelrecht auf ihre Windel. Ab einem bestimmten Alter sollte hier jedoch eingegriffen werden. Eine relativ gute Methode, um möglichst sensibel auf die Kinder einzugehen, sind bestimmte Belohnungssysteme, mit denen man die Kleinen aus der Reserve locken kann. Sticker, Überraschungseier oder kleine Spielzeuge sind hier eine gute Möglichkeit. Ist durch das Zeigen der tollen Dinge erst einmal das Interesse und die Aufmerksamkeit geweckt, ist auch ein Antrieb für den Gang auf den Topf gegeben.

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